Valencias Botánico-Viertel im Wandel: Wohngebäude werden 80-Zimmer-Boutique-Hotel
Der historische Stadtteil Botánico in Valencia erlebt derzeit eine kontroverse Transformation. Was einst eine Kindertagesstätte, ein lokales Restaurant und zwei Wohnhäuser mit 16 Familien beherbergte, wird nun zu einem 80-Zimmer-Boutique-Hotel umgebaut. Diese Metamorphose ist das Ergebnis der Übernahme dieser Immobilien durch einen französischen Fonds, Hovre Turia SL, der mit den Renovierungsarbeiten begonnen hat, einschließlich des umstrittenen Fällens von Palmen in den Innenhöfen.
Die Immobilien in der Calle Túria 49 und 51 wurden 2021 von dem Fonds von den Erben gekauft, nachdem die Bewohner während der Pandemie über das Auslaufen ihrer Mietverträge informiert worden waren. Trotz anfänglicher Bemühungen des Stadtrats von Valencia, sein Vorkaufsrecht (tanteo) auszuüben und Zwangsräumungen zu verhindern, vereitelten eine Änderung der städtischen Kriterien und der hohe Preis von fast 600.000 Euro die Transaktion. Die Wohnungen standen seitdem leer, bis der Fonds im Januar die städtische Genehmigung für den Umbau in ein Hotel erhielt. Anwohner, die bereits 2021 protestierten, beklagen, dass die Baumfällarbeiten trotz der Ablehnung einer Genehmigung zur Nutzung öffentlicher Flächen durch die Stadtverwaltung durchgeführt wurden, was den zügigen Fortschritt des Projekts unterstreicht.
Für Immobilieneigentümer und potenzielle Käufer in Valencia dient dieser Fall als deutliches Beispiel für den städtischen Druck und die Gentrifizierung, die historische Stadtzentren betreffen. Die massenhafte Umwandlung von Wohneinheiten in Touristenunterkünfte reduziert das lokale Wohnungsangebot und verändert das soziale Gefüge der Viertel. Casas Unitas betont die Bedeutung für Mieter und Eigentümer, über ihre Rechte sowie über kommunale Wohnungs- und Stadtentwicklungspolitiken informiert zu sein, um ihre Interessen vor solch aggressiven Marktdynamiken zu schützen.